Ich bin Jäger, Ihr Bauern!

Den meisten, wenn nicht allen von uns unfreiwilligen Mitgliedern vom Neurotribe wird es so gehen, dass wir uns oftmals in sozialen Situationen fremd und als Außenseiter gefühlt haben. Wie im Artikel hier beschrieben, tragen wir ADHS* eben Gene, die uns nicht so ganz kompatibel mit dem Rest der Menschheit (sog. „Normalos“) sein lassen, wir sind Jäger in einer Gesellschaft von Bauern. Manche von uns werden sich vielleicht so wie Außerirdische auf einem fremden Planeten vorkommen, die sich gelegentlich die Rückkehr auf den Heimatplaneten wünschen.

Was nervt uns denn hauptsächlich an den Normalos? Ich habe mal einige Themen zusammengetragen. Eine Erweiterung der Liste durch Euch in den Kommentaren wäre super!

Gespräche – Wenn ich manchem Normalo so beim Sprechen zuhöre, muss ich an die Einstellungen auf meiner Bohrmaschine denken „Hase und Schildkröte“. Normalos reden gerne im Schildkrötentempo und das meine ich nicht nur motorisch, sondern v. a., was das Ausbreiten eines Themas betrifft. Wenn das Thema nicht total kickt, driftet mein Hirn schnell in Gedanken ab. Um das wiederum zu verhindern (weil ich ja mein Gegenüber nicht missachten oder enttäuschen möchte), unterbreche ich ihn/sie immer wieder und vervollständige den Satz oder stelle Fragen. Das hilft mir, dem Gähn zu folgen. Ganz schlimm ist Small Talk. Mich interessiert’s echt null, ob das Wetter gut ist (außer ich will gerade jetzt im Freibad Schwimmen gehen) oder ob mein Gegenüber ein neues Auto geleast hat (außer es ist ein Tesla und er will mich sofort mit auf einen Test-Ride mitnehmen). Viel besser kann ich mit ADHS* reden. Deren Bohrmaschineneinstellung ist auf „Hase“ und sie schlagen ständig thematische Haken und kicken mich durch Wechsel und Extremthemen.

Anstehen / Warten – Schlange stehen war für mich wirklich schlimm und erzeugte fast körperliche Schmerzen. Es wurde durch die Erfindung von Smartphones mit Internetanbindung viiiiel besser, weil ich mein Hirn beim Schlangestehen beschäftigen kann. Beim Warten werde ich schnell kribbelig und meine Genervtheit steigt. Wenn vor mir Menschen noch umständlich mit etwas herumhantieren und das der Grund für das Warten ist, nehme ich Ihnen gerne auch schon mal etwas aus der Hand oder biete meine Hilfe an, um die Situation schnell zu beenden. Als ADHS* fühle ich mich eigentlich oft so, dass ich bei langweiligen oder „unnötigen“ Dingen gerne schnell wieder entweder in den Zustand der Entspannung (Couch, Lesen, Glotzen) oder in den Zustand von Action (Arbeiten, Sport, Kicks) wechseln möchte. Warten ist in jedem Fall die Zwischenhölle!

Regeln / Political correctness –

 

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